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Knackpunkte

Warum kommt nicht jede Bürgerbusinitiative zum Ziel?
Warum gibt es nicht längst in jeder Gemeinde einen Bürgerbus?

Nicht alles ist "Schön Wetter" beim Bürgerbus. Auch hier knackt es manchmal, vor allem bei den Planungen und Überlegungen am Anfang eines Projektes. Verschiedene Problembereiche sollte man sich möglichst am Anfang der Überlegungen vor Augen führen, um vielleicht den einen oder anderen Fehler zu vermeiden.

keine Lösung für alles

keine Lösung für alles

Es muss zunächst festgestellt werden, dass der Bürgerbus nicht die Lösung für alle ÖPNV-Probleme ist. Nicht überall dort, wo es im öffentlichen Nahverkehr einer Gemeinde kneift, kann auch ein Bürgerbus sinnvoll eingesetzt werden. Ohne einen entsprechenden Bedarf macht es keinen Sinn, einen Bürgerbus zu betreiben. Dementsprechend müssen auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Bürgerbus vom Land gefördert wird.

kein Parallelverkehr

kein Parallelverkehr

Eine Bürgerbuslinie sollte immer als Ergänzung des vorhandenen Busverkehrs eingesetzt werde und keine Konkurrenz darstellen. Daher muss ganz am Anfang untersucht werden, welche Buslinien bereits bestehen und zu welchen Zeiten die Busse verkehren. Eine Bürgerbuslinie ist nur dann genehmigungsfähig, wenn sie im Wesentlichen nicht auf den gleichen Strecken und zu gleichen Zeiten wie bestehende Linien fährt und wenn sie nicht die gleichen Ziele anbindet, die bereits von anderen Bussen angefahren werden.

genügend Fahrgäste

genügend Fahrgäste

Wenn der Bürgerbus nicht ausreichend genutzt wird, entsteht bei den Fahrerinnen und Fahrern Frust und das Betriebskostendefizit wird zu groß. Daher muss vorher das Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger nach einem zusätzlichen Nahverkehrsangebot geprüft werden. Allerdings führen Befragungen nicht immer zu einem brauchbaren Ergebnis. Es ist etwas anderes, sich einen Bürgerbus zu wünschen und ihn dann auch zu nutzen. Oft lässt sich der Bedarf von Ortskundigen besser "aus dem Bauch heraus" abschätzen.

kein Parteipolitikum

kein Parteipolitikum

Manchmal wird die Idee eines Bürgerbusses von der Lokalpolitik ins Gespräch gebracht. Dies löst dann schon mal eine reflexartige Abwehrreaktion der anderen Fraktionen aus. Ein Bürgerbus sollte dagegen von einer breiten Mehrheit des Rates getragen werden, um nicht immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik zu stehen.  Es ist also sehr empfehlenswert, die Parteipolitik von Anfang an herauszuhalten oder möglichst alle Fraktionen gleichermaßen einzubinden.

Defizitabdeckung

Defizitabdeckung

Auch wenn es immer wieder vorkommt, niemand sollte von Anfang an davon ausgehen, dass der Bürgerbus seine Kosten selber erwirtschaftet. Aus diesem Grund verlangt das Verkehrsministerium vor einer Förderzusage die Erklärung der Gemeinde, die entstehenden Betriebskosten zu übernehmen. Der Bürgerbusverein erbringt eine Leistung für die Öffentlichkeit, die sonst so nicht möglich wäre. Dafür muss die Öffentlichkeit bereit sein, die Kosten zu übernehmen. Allerdings stehen Angebot und Aufwand hier in einem sehr günstigen Verhältnis.

Engagement

Engagement

Ein Nahverkehrsangebot wird normalerweise ausgeschrieben und bestellt. Das funktioniert bei einem Bürgerbus naturgemäß nicht. Nicht nur der Bürgerbusverein, auch seitens der Verwaltung und des Verkehrsunternehmens muss ein Engagement eingebracht werden, das sich schon mal  außerhalb des normalen Dienstbetriebes bewegt.

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